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Die ARD hat Märchenklassiker der Brüder Grimm 2008 neu verfilmt!

Gedreht wurde auf romantischen Schlössern und in verwunschenen Wäldern in ganz Deutschland. Es entstanden sechs zauberhafte Märchenfilme, die dem Zuschauer die Vorfreude auf sehr unterhaltsame Märchenstunden versüßen werden.

 

 

Der Begriff Märchen kommt aus dem mittelhochdeutsch Maere und bedeutet „Kunde, Bericht, Nachricht“ und es gehört zur Literaturgattung der Epik. Märchen sind kurze Erzählungen, die von fabelhaften und sonderbaren Begebenheiten berichten, die teilweise frei erfunden sind, teils wirkliche Begebenheiten zur Grundlage haben und im Laufe der Jahrhunderte mit viel Phantasie immer weiter ausgeschmückt wurden. Man findest Märchen in allen Zeiten und bei allen Völkern dieser Welt. In Deutschland prägten insbesondere die Gebrüder Grimm diesen Begriff und haben mündlich überlieferte Märchen gesammelt und aufgeschrieben.

 

  • Märchen

  • Volksmärchen

  • Kunstmärchen

  • Märchenparodie

  • Märchenerzähler &

  • Märchensammler

  • Festivals und Freizeitparks

Märchen sind fantastische Erzählungen in komprimierter Form die nicht an Ort und Zeit gebunden sind, sie stellen dabei besondere Begebenheiten heraus, die zu einem guten oder schlechten Ende führen. Märchen wurden ursprünglich nur mündlich überliefert und enthalten mythische, zauberhafte Elemente, alte Lebensweisheiten oder Beispiele besonderer Schlauheit, beziehungsweise ausgemachter Dummheit. Indem sie uns das vor Augen halten, was geschehen kann wenn man sich so oder anders verhält, wird ihre belehrende Funktion und ihr sozial pädagogischer Wert deutlich. Sie erzählen aber auch davon, dass manchmal Wunder geschehen und führen uns durch besondere Schicksale in eine andere Welt, diese Art der Märchen nennt man Schicksalsmärchen.

Die mündliche Weitergabe war für lange Zeit die traditionelle und ist bis heute die natürliche Form der Überlieferung, dadurch läst sich bei den Märchen kein Urheber feststellen und man nennt sie Volksmärchen. Aufgrund der mündlichen Erzähltradition besitzt das Volksmärchen keine einheitliche Form. Es tritt in vielen Varianten auf und weicht in seinen Inhalten um so weiter von einander ab, je verbreiteter es ist. Grundstruktur ist bei allen Varianten die Form der Erzählung, d. h. Thema und Handlung werden in ihrer charakteristischen Weise beibehalten.

 

Die Elemente des Zauber- und Fabelhaften bestimmen im Wesentlichen den Inhalt der Märchen. Nicht nur sie allein machen die Märchenwelt so phantastisch, sondern auch Gegenstände mit magischer Wirkung, die den Helden nutzen oder das Verzaubertwerden in Tiere, Pflanzen und Gegenstände deren Symbolgehalt immer eine tiefere Bedeutung hat. Versteinerungen spielen dabei eine bedeutende Rolle, deren Auslegung ebenso tiefenpsychologisch ist, wie die Erlösungen durch die Tränen eines barmherzigen Menschen.

 

Je nach der Handlungsart kann man verschiedene Märchen-Typen unterschieden: Feen- , Lügen- , Tier-, Zauber-Märchen und andere. Neben den Volksmärchen gibt es auch Dichtungen eines einzelnen Verfassers, die man Kunstmärchen nennt.

 

Schon im Mittelalter fanden Märchen Eingang in die Literatur und wurden aus den verschiedensten Gründen in schriftlicher Form festgehalten. Im 16. Jahrhundert wurde damit begonnen Märchen zum Teil nach mündlichen Überlieferungen aufzuzeichnen.

Als ersten großen europäischen Märchenerzähler kann man wohl den Italiener Giambattista Basile bezeichnen, manche seiner Märchenmotive sind nachweislich auch in die Volksmärchensammlung der Gebrüder Grimm eingeflossen.

Das deutsche Märchen wird ganz entscheidend durch die Grimmsche Volksmärchensammlung „Kinder- und Hausmärchen“ (1812) geprägt, es gibt jedoch noch unzählige andere deutsche Märchen. Die Gebrüder Grimm konnten nur einen Teil der damals überlieferten Märchen niederschreiben und haben sich dabei im deutschsprachigen Raum vornehmlich auf die meist verbreiteten Märchen konzentriert.

Bei den sog. Kunstmärchen handelt es sich indes um bewusste Schöpfungen von Dichtern und Schriftstellern. Bisweilen greifen sie Motive der Volksmärchentradition auf, meist werden aber neuartige fantastische Wundergeschichten erfunden, die mit dem Volksmärchen aber dennoch durch den Aspekt des Wunderbaren und Unwirklichen verbunden bleiben. Ihr Inhalt wird überwiegend durch die Weltanschauung und die Ideen einer individuellen Person getragen und unterliegt den Einflüssen der Literaturströmungen. In der Romantik erreichte das Kunstmärchen einen frühen Höhepunkt und erhielt entscheidende Impulse für seine weitere Entwicklung. In der Frühromantik lag der Akzent auf sehr künstlichen Schöpfungen, die die Grenzen der herkömmlichen Märchen hinter sich ließen und sich somit dem unbefangenen Märchenleser nicht mehr so leicht erschlossen. Das änderte sich jedoch wieder mit den Dichtern der Spätromantik, die den einfachen Märchenton bevorzugten. Der am meisten gelesene Verfasser von Kunstmärchen im 19. Jahrhundert war Wilhelm Hauff (1802-1827). Seine Märchenbücher „Die Karawane“, „Der Scheich von Alexandria“ und „Das Wirtshaus im Spessart“ erschienen in drei aufeinanderfolgenden Jahren und spielen, wie die Titel schon verraten, vor unterschiedlichem Hintergrund. Während er in den ersten beiden Bänden die Handlung in den Orient verlegt, dient im letzteren der rauhere Norden als Schauplatz. All seine Märchen kennzeichnet das Abenteuer, was aus seiner eigenen Begeisterung für die Fremde zu erklären ist.

Zu den beliebtesten Märchendichtern zählt der Däne Hans Christian Andersen (1805-1875). Angeregt wurde er durch die Brüder Grimm und die deutschen Kunstmärchen. Zunächst ist in seinen Märchen noch eine deutliche Anlehnung an das Volkstümliche zu erkennen, doch schon bald entwickelte er seinen eigenen, unverwechselbaren Stil. Im Gegensatz zu den Volksmärchen, die grundsätzlich an einem unbestimmten Ort spielen, beschrieb er sorgfältig den Schauplatz seiner Geschichten und achtete auf die Nähe zur kindlichen Weltauffassung. Seine Erzählungen weisen eine einfache und ungekünstelte Sprache auf und wirken durch einen eindringlichen Erzählton. Es ging ihm darum, das Wunderbare in die Wirklichkeit des Alltags hineinzuholen, ohne dass eine Kluft zwischen beidem entsteht, wie es bei den Romantikern oft der Fall war. In Dänemark wie in Deutschland sah man in Andersens Erzählungen in erster Linie Märchen für Kinder. Das allerdings widersprach seinem eigenen Selbstverständnis, denn er selbst verstand sich als Autor für alle Altersklassen.

Sozialkritischen Hintergrund haben die Märchen von Oscar Wilde (1854-1900), die ganz im Sinne der Romantik Idealbilder im Widerstreit zu grausamen Realitäten entwerfen oder aus der Sicht des ausgebeuteten Opfers den Egoismus und die Oberflächlichkeit der Herrschenden anprangern.

Im weitesten Sinne zu den Kunstmärchen können auch die in neuerer Zeit entstandenen Fantasy-Geschichten gerechnet werden. Auch die Science Fiction-Filmreihe Star Wars weist typische charakteristische Merkmale eines Märchens auf, wie z. B. die fehlenden bzw. äußerst ungenauen Orts- und Zeitangaben („Es war einmal in ferner Zukunft..."), die Gleichstellung von Adligen und Bürgerlichen oder das Happy End.

Bei Märchenparodien handelt es sich um Parodien bekannter Märchen. Die Handlung weicht dabei mehr oder weniger stark von der des ursprünglichen Märchens ab. Manchmal bezieht sich die Parodie auf ein einziges Märchen und manchmal auf mehrere gleichzeitig. Bekannte Märchenparodien sind:

Peter Rühmkorf - Der Hüter des Misthaufens

James Finn Garner - Gute-Nacht-Geschichten

William Goldman - Die Brautprinzessin

Iring Fetscher - Wer hat Dornröschen wachgeküsst?

Fleiß, Mittring - Zahlenmärchen

Walter Moers - Ensel und Krete

Roald Dahl - Konfetti

Roald Dahl - Die Prinzessin und der Wilderer

 

Brothers Grimm von Terry Gilliam

Shrek - Der tollkühne Held

Die Braut des Prinzen

7 Zwerge - Männer allein im Wald

7 Zwerge - Der Wald ist nicht genug

Die ProSieben Märchenstunde

Die Rotkäppchen-Verschwörung

 

Märchen von Rolf Gozell

Märchen von Christian Peitz

Onkel Hottes Märchenstunde von Oliver Kalkofe

Meisterliche Märchenerzähler, die Märchen sammeln, gibt es vermutlich, seit es Märchen gibt. Sie trugen zur Entstehung, Überlieferung von Märchen und Märchensammlungen maßgeblich bei.

Zu den bekanntesten Märchen-Sammlern gehören der Franzose Charles Perrault (1628-1703), die Brüder Grimm (1785-1863)/(1786-1859), Ernst Moritz Arndt (1769-1860), Benedikte Naubert (1756-1819) und Ludwig Bechstein (1801-1860) sowie der Schweizer Pädagoge Otto Sutermeister (1832-1901). Eine Sammlung orientalischer Märchen enthalten die Geschichten aus 1001 Nacht. Die Reihe „Märchen der Weltliteratur“ stellt Märchen aus aller Welt vor.

Die meisten Märchenerzähler der Gegenwart sammeln alte Volksmärchen und setzen sich für deren Erhaltung und die Tradition des Erzählens ein. Bekanntheit im deutschsprachigen Raum haben insofern u. a. die Deutschen Klaus Adam, Mario Eberlein, Frank Jentzsch, Christian Peitz und Frieder Kahlert, die Österreicher Folke Tegetthoff, Michael Köhlmeier, Norbert Julian Kober, Eva Jensen, Erwin Stammler und Helmut Wittmann, der Schweizer Jürg Steigmeier erlangt. Im internationalen Bereich sind Radha Anjali (Indien), Heather Forest (USA), Huda al Hilali (Irak), Jankele Ya'akobson (Israel), Saddek El Kebir (Algerien), Naceur Charles Aceval (Algerien), Laura Kibel (Italien), Antonio Sacre (Kuba) und Eth Noh Tec (Japan) zu nennen. Im süddeutschen Raum wurde 1999 ein Bildungsträger mit dem Namen Goldmund e.V. gegründet der Märchen- und Geschichtenerzähler ausbildet. Eine umfangreiche Sammlung mit über 100 Märchen aus allen Regierungsbezirken Bayerns legte der Münchner Schriftsteller Alfons Schweiggert in seinem Buch „Bayerische Märchen“ vor. Eine Sonderform des Märchenerzählers ist der fahrende Mundwerker bzw. Bänkelsänger, ein Vertreter des „fahrenden Volkes“. „Fahrendes Volk“ war in Deutschland bis in die 30er Jahre des letzten Jahrhunderts anzutreffen. Diese Mundwerker zogen umher und erzählten gegen Entgelt Moritaten und/oder sangen Bänkellieder.

Von 1988 bis 2006 fand in Graz (Österreich) alljährlich Europas größtes Erzählkunstfestival „Die lange Nacht der Märchenerzähler“ (GRAZERZÄHLT) statt. Seit 2007 findet diese Veranstaltung in Niederösterreich unter dem Namen „fabelhaft“ statt.

In Berlin findet seit 1990 jährlich im November das Märchenfestival Berliner Märchentage statt.

Außerdem gibt es Märchenzoos, das sind Ansammlungen von Dioramen mit kleinen Figuren und Lautsprecher, die (meist gegen Münzeinwurf) Märchen erzählen. Ein traditionsreicher Märchenzoo ist z. B. der Märchenzoo Blauer See (Ratingen).

Seit 1985 finden im Park von Schloss Philippsruhe in Hanau, der Geburtsstadt der Gebrüder Grimm, die „Brüder Grimm Märchenfestspiele“ statt. Die Besucherzahlen der Festspiele überschritten 2006 zum ersten Mal die Millionen-Grenze.

Die Festspiele Balver Höhle sind eine Kultureinrichtung im Sauerland und veranstalten seit 1991 alljährlich die Reihe Balver Märchenwochen.

Eine Veranstaltung für Kinder und Familien ist das Festival der besten deutschsprachigen Märchen- und Geschichtenerzähler, das seit 2005 immer am ersten Wochenende im Juli in Neukirchen-Vluyn am Niederrhein unter der Schirmherrschaft Ursula von der Leyens ausgetragen wird. 16 Erzählerinnen und Erzähler aus dem deutschsprachigen Europa stellen sich im Wettbewerb dem Publikum und einer Jury.

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